AOL Arena in Hamburg
Von Colin Engerer
Es war einmal... Zwischen 1953 und 2000 trug der große deutsche Traditionsverein Hamburger SV seine Heimspiele im alten, ungemütlichen Volksparkstadion aus. Den Bau eines reinen Fußballstadions trieb der HSV während der Präsidentschaft von Kicker-Legende und Idol Uwe Seeler voran. 1998 erfolgte die Grundsteinlegung, nur zwei Jahre währte die Bauzeit. Seit Sommer 2001 heißt das Stadion nun AOL Arena, da der HSV eine gut bezahlte Kooperation mit dem Internet-Unternehmen einging. Die Fans strömen ins Stadion wie nie zuvor (in der Saison 2005/2006 im Schnitt ca. 50.000). Die AOL Arena zählt zu den modernsten der Welt. Sie war auch Schauplatz von vier Spielen der Fußball-WM 2006.
Aus der Luft futuristisch anmutend
Das Fassungsvermögen beträgt 55.800 Plätze (alle überdacht), davon 10.000 Stehplätze und 2.100 Business-Seats. Der Rasen ist beheizt. Die multifunktionale Arena beherbergt Gastronomie-Betriebe, die HSV-Geschäftsstelle mit Sitzungsräumen sowie Fitness-Studios. Der HSV bietet Führungen durch die AOL Arena an. Die etwa 90-minütige Tour führt u.a. in den Regiebereich des Stadions, durch die VIP-Bereiche, in den Innenraum und sogar in die Spielerkabinen. Start ist montags bis freitags (an Werktagen) jeweils um 17.00 Uhr am Fan-Store in der AOL Arena (Nord/Ost-Eingang). Samstags findet die Stadionführung um 15 Uhr statt, sonntags um 13 und 15 Uhr. Der Preis beträgt EUR 5,- (ermäßigt: EUR 3,-).
Unbedingt anschauen sollten sich Besucher das HSV-Museum. Ausgestellt sind seit 2004 auf einer Fläche von rund 600 Quadratmetern viele Originale und Dokumente der HSV-Geschichte, z.B. Pokale und Fotos. In einem Kino werden die sportlichen Erfolge des Vereins gezeigt. Das HSV-Museum ist täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet, an Heimspieltagen ab Stadionöffnung bis Spielende, jedoch nur für Stadionbesucher mit einer Eintrittskarte. Der Preis sonst beträgt EUR 6,- (ermäßigt: EUR 4,-).
Das nach dem HSV-Emblem benannte Fan-Restaurant "DIE RAUTE" gilt als attraktiver Treffpunkt für alle HSV-Fans und Stadion-Besucher (täglich 11 bis 19 Uhr). Die große Glasfront bietet eine sehr gute Aussicht auf das Spielfeld. Internationale und regionale Küche stehen auf der Speisekarte. Die Auswärtsspiele des HSV werden live auf Monitoren gezeigt.
Die zahlreichen Buden im Stadion bieten bei HSV-Heimspielen neben Getränken auch Bratwurst, Fisch- und Krabbenbrötchen an - zu recht deftigen Preisen. Fliegende Händler verkaufen zudem Brezeln, Sushi und Eis. An der S-Bahn Station Stellingen locken weitere (preisgünstigere) Würstchenbuden sowie die HSV-Kneipe "Hunger & Durst". Häufiger empfohlen wird allerdings das "HSV-Fan-House" an der S-Bahn Holstenstraße, welches an Spieltagen bis 21 Uhr geöffnet hat.
Vereins-Erfolge: Der Hamburger SV wurde Deutscher Meister in den Jahren 1922 (verzichtet), 1923, 1928, 1960, 1979, 1982 und 1983. Den DFB-Pokal holte der HSV 1963, 1976 und 1987. 1977 gewann die Mannschaft den Europapokal der Pokalsieger. Den größten Triumph der Vereinsgeschichte feierte der HSV jedoch im Jahr 1983, als die Hanseaten den Europapokal der Landesmeister an die Elbe holten. Im Finale von Athen traf Mittelfeld-Regisseur Felix Magath per Fernschuss und sicherte so den 1:0-Erfolg gegen Juventus Turin. Der Hamburger SV ist der einzige Verein, der seit Gründung der Fußball-Bundesliga im Jahr 1963 immer in der ersten Liga spielte.
Eintrittskarten für die HSV-Heimspiele gibt es in verschiedenen Preiskategorien. Normale Sitzplatzkarten kosten zwischen 15,- und 65,- Euro. Sie können telefonisch unter 01805 / 478 478 (12 Cent/Minute) oder im Internet über www.hsv.de bestellt werden. Stehplatzkarten sind - wenn überhaupt - nur für den Gäste-Block erhältlich, die Stehplätze auf den Unterrängen der Nordtribüne sind bereits alle als Dauerkarten an HSV-Fans vergeben.
AOL Arena von Innen
Von allen Plätzen aus genießen Besucher eine gute Sicht auf das Spielfeld, das - im krassen Gegensatz zum alten Volksparkstadion - nur wenige Meter von den Zuschauerrängen entfernt ist. Die beste Sicht bieten die unteren und mittleren Ränge der Ost- bzw. Westtribüne. Die beste Stimmung herrscht stets auf der Nordtribüne.
Auch einige andere Großveranstaltungen, vor allem Konzerte, gingen bereits in der AOL Arena über die Bühne (z.B. Bruce Springsteen, Paul McCartney und R.E.M.) - ebenso wie in der direkt benachbarten, modernen Halle "Color Line Arena", die im Herbst 2002 eröffnet wurde. Dort finden zudem regelmäßig die Heimspiele der "Hamburg Freezers" (Deutsche Eishockey-League) und vom HSV Handball (Bundesliga) statt. Die Color Line Arena fasst etwa 14.000 Zuschauer.
Anreise: Als Autofahrer sollten Sie sehr rechtzeitig vor den HSV-Heimspielen losfahren, denn häufig kommt es zu Staus auf der Autobahn A7 (Ausfahrten Volkspark, Bahrenfeld oder Stellingen) bzw. rund um das Stadion, das außerhalb der Innenstadt am Rande des Volksparks liegt. Es ist daher empfehlenswert, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur AOL Arena zu fahren, mit der HSV-Eintrittskarte sogar kostenlos. Vom Hauptbahnhof fahren die S-Bahn-Linien S 3 und S 21 in ca. 15 Minuten zur Haltestelle Stellingen (AOL Arena/Color Line Arena). Zum Stadion und zurück fahren vor und nach einem Heimspiel kostenlos Busse.
Colin Engerer