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Big Ben und Popmusik
London: Hip und traditionell zugleich
Neben den historischen Wahrzeichen findet man in London unzählige zukunftsweisende Bauten, sieht man das Neueste in Sachen Mode und Popmusik. Auch das kulturelle Angebot ist überwältigend: mehr als 100 Museen, 50 Theater, weltberühmte Orchester, Opern- und Musicalbühnen.
Typischer Bus in London
Buckingham Palace, Tower, Houses of Parliament - Wahrzeichen der Monarchie, die man sehen sollte, wenn man zum ersten Mal zu Gast in London ist. Das London der Stuarts, der Tudors und Windsors mit den Zeugnissen royalistischer Pracht-entfaltung versteht den Besucher nach wie vor in den Bann zu ziehen. Hampton Court Palace und Windsor Castle begeistern den Besucher ebenso wie die pompösen Paraden mit allen Attributen der viktoria-nischen Glanzzeit.Auch im 21. Jh. fährt die Queen noch - beschützt von der prächtig dekorierten Garde - auf der eleganten Allee, The Mall, die auf Buckingham Palace zuführt, zur Parlamentseröffnung. Doch England steht vor Veränderungen. Die Monarchie macht Anstrengungen, eine zeitgemäßere Rolle einzunehmen, in einer Gesellschaft, die bunter kaum sein könnte.
Turban und Melone London, die alte Commonwealth-Metropole, kennzeichnet vor allem ihr kosmopolitischer Charakter. Etwa 1,2 Mio. Londoner, das sind rund acht Prozent der Einwohner, sind Afrikaner, Inder, Chinesen, Menschen aus dem afrokaribischen Raum oder anderer ethnischer Herkunft. Sie geben der Kultur Englands immer wieder neue Impulse. Das gilt sowohl für die Popmusik, die von afrokaribischen und asiatischen Rhythmen geprägt ist, wie für den modernen Tanz oder die Mode. Fortwährend entstehen durch deren Zuzug auch Verschiebungen und Umstrukturierungen, die das Bild der Stadt verändern. Heute kann man in Southhall die bunten Turbane der Sikhs aus dem Punjab bewundern, im East End leben Bangladeseher und Bengalen. Golders Green und Stoke Newington wird von jüdischen Einwohnern geprägt, Kilburn und Willesden durch die Iren, und Brixton weist sich durch afrokaribische Zuwanderer aus.
Bars und Boutiquen Vor allem Brixton und das East End sind zurzeit bei jungen Designern und Künstlern beliebt. Auch Clerkenwell, ein Viertel mit viel Tradition direkt neben Smithfield, dem alten Fleischmarkt, ist sehr im Trend: Bars, Cafés, Galerien und Boutiquen - es brummt. Das Sadler's Wells Theatre ist nur ein Treffpunkt dieser Szene. Derzeit wird Notting Hill neu entdeckt, dank der Popularität des gleichnamigen Films. Ganz heiß ist Hoxton im »wilden Osten« unweit der City, wo sich minimalistisch Modernes mit originell Altem mischt.
Money, money, money "In" ist London auch als führendes Finanzzentrum der Welt. Die Londoner Börse schließt achtmal so viel Geschäfte ab wie Wall Street, und damit mehr als alle europäischen Börsen zusammen. Die Bank von England, die die Goldreserven des Landes hütet, druckt und vernichtet pro Tag fünf Millionen Banknoten. Die Square mile der Banken und des Big Business ist eine abgeschlossene Welt für sich. Sie regiert sich selbst durch eigene Gesetze und eine eigene Verwaltung.
Sightseeing in London Um die verschiedenen Gesichter Londons zu entdecken und einen Eindruck von dem vielfältigen Charakter der Stadt zu gewinnen, benötigt man viel Zeit für einen ausgedehnten Rundgang. Die touristischen »Musts«, ohne deren Kenntnis man nicht zurückkehren sollte, heißen: Buckingham Palace, Westminster Abbey, Big Ben, St. Paul's und Tower. Den Weg zum Buckingham Palace nimmt man am besten über Pall Mall, eine breite Allee mit weiß strahlenden Häuserreihen von John Nash, die den Hintergrund für so manchen Paradefestzug der Monarchie bilden. Unterwegs kann man sich die Cabinet War Rooms ansehen, die unterirdische Befehlszentrale Churchills. Bei schönem Wetter sollte man St. James's Park besuchen, eine Oase der Ruhe, wo man auf Gartenstühlen sitzen oder sich auf dem Gras ausstrecken kann. Um sich vor Buckingham Palace einen Platz am Gitter für die Wachablösung zu sichern, sollte man gegen elf Uhr dort eintreffen. Durchquert man St. James's Park in Richtung Horse Guards Road, so kommt man via King Charles Street nach Whitehall und zur Nr. 10, Downing Street, dem Sitz des englischen Premierministers. Die Houses of Parliament, Westminster Abbey und Big Ben sieht man sich am besten zuerst von der Westminster Bridge aus an. Ein weiteres touristisches Muss ist zweifelsohne der Tower, die älteste normannische Festungsanlage in England, berühmt-berüchtigt wegen der vielen Gefangenen, die dort ihr Leben ließen. Nach der Besichtigung der Festung lohnt es sich, von der Tower Bridge aus einen Blick auf die Themse und einen Teil Londons zu werfen. Wer noch Energien hat, kann ins St. Katherine's Dock gehen. Dieser alte Binnenhafen mit traditionellen Speicherhäusern und alten Segelschiffen gibt einen Vorgeschmack auf die neueste Stadtentwicklung in London: die Docklands. Für Unverzagte empfiehlt sich der London Silver Jubilee Walk, eine zwölf km lange Wanderung durch Zentral-London, an allen wichtigen Sehenswürdigkeiten vorbei. Der Weg führt auch am London Dungeon, dem Gruselmuseum, vorbei. Das London des 21. Jh. findet man jedoch eher in den Cafés und Bars von Soho, Clerkenwell, Notting Hill und Hoxton.
Auf den Spuren Sherlock Holmes, Oliver Twists & Co. Nicht nur Londons Cafés galten vielen Schriftstellern als Kulisse für ihre Erzählungen. So ist der Londoner Nebel aus den Geschichten von Dickens, der die erbarmungswürdigen Lebensumstände des frühen 19. Jh. heraufbeschwört, in aller Welt bekannt. Oliver Twist, David Copperfield, Scrooge - allesamt unvergessen. Conan Doyles Sherlock Holmes ist für viele Fans fast zum wirklich existierenden Detektiv geworden, dessen Spuren sie emsig verfolgen: »sein« Haus in 221 B Baker Street; die Verfolgungsjagden im Café Royal in Piccadilly oder im Charing Cross Hotel, wo »er« verletzt wurde; der Sherlock Holmes Pub in der Northumberland Avenue. London war immer Heimat für Poeten; Literaten aus allen Kontinenten wohnten und arbeiteten hier - so viele, dass der »Guide to Literary London« immerhin fast 400 Seiten hat!
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