Zwei Seelen in einem Herzen
Mediterrane Betriebsamkeit an der Küste, mittelalterliche Städtchen im verträumten Hinterland
Mediterranes Flair
Was Slowenien im Nordwesten der herzförmigen Halbinsel zu bieten hat, ist ein kleiner, aber feiner Vorgeschmack, der neugierig macht, hinüber in das kroatische Kernland von Istrien zu schauen. Zu Zeiten Jugoslawiens war diese Grenze für den Urlauber kaum mehr als eine sprachliche Trennungslinie. Jetzt zeigen die beiden neuen Staaten mit neuen Flaggen und Uniformen Präsenz. Von Istrien nach Istrien zu reisen ist meistens nur ein schneller Akt der Bürokratie.
Zwischen Slowenisch-Istrien und Kroatisch-Istrien stehen Grenzpfähle, zwischen der Küstenregion und dem Binnenland liegen Welten. Von Umag bis Pula erstreckt sich entlang des Ufers der abwechslungsreichen Adria eine der großen Ferienregionen des Mittelmeerraumes. Beinahe nahtlos reihen sich die Quartiere der Urlauber, Hotelkomplexe, Apartmentanlagen, Campingareale, und Marinas sowie Sport- und Vergnügungszentren aneinander. Von Touristensiedlungen umbaut, liefern die alten, frisch polierten Städtchen, ob Porec, Novigrad oder Rovinj, die romantische Kulisse und das Flair für das vergnügliche mediterrane Urlaubserlebnis. Der Fischer fährt zwar noch in alter Gewohnheit hinaus aufs Meer, doch mit den Zimmern, die er in seinem Haus den Sommer über vermietet, erwirtschaftet er längst einen ganz wesentlichen Teil des Lebensunterhaltes für sich und seine Familie.
Pittoreske Ortschaften
Uralte pittoreske Ortschaften
Wenige Kilometer ins Binnenland, wo die magnetische Anziehungskraft des Meeres ihre Wirkung verliert, schlummert das Leben in uralten, pittoresken Ortschaften, die fast immer auf einem Hügel thronen. Unnahbar und grau zeigen sie sich mit ihren dicken Festungsmauern, aus denen der Glockenturm wie ein drohender Zeigefinger ragt. Um die Mittagszeit streifen höchstens ein paar Katzen um das mittelalterliche Gemäuer von Kirchen und Palästen. Fest verschlossen sind die traditionell grün und blau gestrichenen, verblassten Fensterläden an den Wohnhäusern. Viele Häuser in den Dörfern sind noch immer unbewohnt; verlassen von denen, die sich nach dem Zweiten Weltkrieg ihrem Mutterland Italien zuwandten, und von jungen Leuten, die in die Welt ausschwärmten, um ihr Glück auf leichtere Weise als auf dem heimischen Acker zu suchen. Geblieben sind die bodenständigen Alten, die in harter Knochenarbeit die Felder und Weinberge bewirtschaften. Abends sitzen sie auf den Stufen vor ihren Häusern. Einem Fremden, dem sie ihre Gastfreundschaft mit einem Glas hausgemachten Weines anbieten, wird die Begegnung zum unvergesslichen Erlebnis.
Zwei Panoramastraßen, gut ausgebaute Nebenstrecken, gewähren einen wunderbaren Blick auf das grüne Hügelland und sind allemal einen Umweg wert. Die eine führt von Cerovlje im Herzen der Halbinsel über Paz und Vranja zum Uèka-Tunnel, die andere von Cerovlje über Dragu'c nach Buzet. Unter dem Namen "Agrotourismus" ist jetzt ein Programm angelaufen, das dem wirtschaftlich schwachen Binnenland sein Natur- und Kulturerbe als Entwicklungsquelle aufzeigen soll. Dazu zählt auch die Förderung einer umweltschonenden Tourismusstruktur. Hotels sind im Binnenland bisher kaum zu finden. Seit 1999 listet ein Katalog die ersten 27 Bauern- und Gutshöfe (13 davon mit Übernachtungsmöglichkeit) auf, die Gäste willkommen heißen. Drei ausgeschilderte Weinstraßen führen zu Winzerhöfen in den Regionen Buje, Buzet und Porec.